Vom sicheren Einstieg in den Dschungel der Extremmärsche

MammutMarsch, MegaMarsch, UltraMarsch, NordMarsch … Alles klingt gleich, alles verspricht „extrem“ – aber wo startet man eigentlich? Ordnung in den Marsch-Dschungel bringen: Große Anbieter, Unterschiede – für wen ist was gedacht? Eine erste Übersicht für alle, die nicht einfach blind buchen wollen.

Vom sicheren Einstieg in den Dschungel der Extremmärsche

Unsere persönliche Erfahrung

Wir hatten keine Ahnung. Wirklich keine. Also haben wir das gemacht, was man macht, wenn man etwas völlig Neues anfängt: Googlen und mit einer sicheren Bank starten – dem MegaMarsch.
Klare Regeln, klare Distanzen, klare Zeitlimits. Ein Format, das sagt: Das ist die Challenge, das sind die Leitplanken, los geht’s. Für den Einstieg perfekt.

Angestachelt von Mitläufern – und ehrlicherweise auch ein bisschen von Erzählungen über die besondere Stimmung – haben wir danach den MammutMarsch ausprobiert. Und ja: Wenn man einmal bei einem Mammut ins Ziel gelaufen ist, weiß man, was gemeint ist.
Der Start. Das Ziel. Die Verpflegungspunkte. Diese Wucht an Gemeinschaft. Dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Das ist anders. Spürbar anders.

Aber nach vielen Märschen kommt irgendwann eine andere Erkenntnis:
Die Menschenmassen werden einfach zu viel.
Die Events wachsen, die Teilnehmendenzahlen steigen – und die Strecken werden immer häufiger zu Asphaltschlachten durch Großstädte. Vermutlich, weil viele den Marsch gern mit einem Städte-Trip verbinden wollen: Hamburg sehen, Berlin erleben, ein Wochenende draus machen.

Als Berliner geht es uns da genau umgekehrt.
Wir wollen weniger Menschen, weniger Stadt, mehr Natur. Mehr Ruhe. Mehr Flow. Mehr Weg und weniger Kulisse.

Und genau an diesem Punkt landet man zwangsläufig bei kleineren Anbietern.
Und da wird es dann wirklich… dschungelig.

Spoiler: Ein paar dieser kleineren Events schauen wir uns in einem der kommenden Posts ganz bewusst an.

Orientierung im Dschungel: Die großen Anbieter im Überblick

Bevor wir tiefer in die Nische gehen, hilft erst einmal eine Landkarte. Vier Namen tauchen immer wieder auf, wenn es um Extrem- und Langstreckenmärsche in Deutschland geht:

  • MegaMarsch
  • MammutMarsch
  • UltraMarsch
  • NordMarsch

1) Routen & Umgebung

  • MegaMarsch
    Oft urban oder stadtnah, klar strukturiert, gut planbar. Ideal, wenn man eine saubere Challenge sucht und sich an einem festen Rahmen orientieren möchte.
  • MammutMarsch
    Ebenfalls häufig Stadt- und Metropolregionen, mit Fokus auf große Start- und Zielareale. Die Route ist Teil des Events – aber nicht immer der Star.
  • UltraMarsch
    Klarer Fokus auf Strecke, Tempo und sportliche Herausforderung. Weniger Sightseeing, mehr Weg. Häufig für alle spannend, die bewusst Abstand vom Großevent suchen.
  • NordMarsch
    Deutlich natur- und regionallastiger. Mehr ländliche Strecken, weniger Metropolen-Show, oft mit echtem „Draußen“-Gefühl.

2) Benefits & Event-Gefühl

AnbieterGemeinschaftOrganisationAtmosphäre
MegaMarschhochsehr klar & strukturiertsportliche Challenge
MammutMarschsehr hochprofessionell & massentauglichemotional, laut, wuchtig
UltraMarschfokussiertsportlich präziseambitioniert, reduziert
NordMarschmittelpragmatisch & lokalfamiliär, ruhig

3) Verpflegung & Verpflegungspunkte (VPs)

Ein Punkt, der auf den ersten 20 Kilometern nebensächlich wirkt – und ab Kilometer 35 plötzlich entscheidend wird:
Wie viele Verpflegungspunkte gibt es – und was bekomme ich dort wirklich?

Hier zeigen sich Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten.


MegaMarsch

  • Anzahl VPs:
    Meist alle ~10 km (z. B. 4 VPs bei 50 km, 9–10 bei 100 km).
  • Ausstattung:
    • Wasser & Iso-Getränke
    • Obst, Riegel, Salzstangen
    • häufig Brühe oder Suppe an späteren VPs
  • Charakter:
    Sehr standardisiert und planbar.
    Ideal, wenn man seine eigene Ernährung exakt auf die VP-Abstände abstimmen möchte.

MammutMarsch

  • Anzahl VPs:
    Ähnlich dicht wie beim MegaMarsch, meist alle 8–12 km.
  • Ausstattung:
    • Getränke (Wasser, Iso)
    • Obst & Snacks
    • oft warme Komponenten
  • Charakter:
    Die VPs sind emotionaler Treffpunkt.
    Viel Austausch, viel Stimmung – gut für den Kopf, mit leichtem Risiko fürs Zeitmanagement.

NordMarsch

  • Anzahl VPs:
    Eventabhängig, tendenziell weniger, dafür bewusst platziert.
  • Ausstattung:
    • Getränke
    • häufig Kaffee, Tee, Brühe
    • teils feste Infrastruktur (Vereinsheime, Gaststätten)
  • Charakter:
    Weniger Sportverpflegung, mehr Wohlfühlversorgung.
    Besonders nachts oder bei schlechtem Wetter mental extrem wertvoll.

UltraMarsch

  • Anzahl VPs:
    Gut verteilt, aber nicht übertrieben häufig – Fokus auf Qualität statt Quantität.
  • Ausstattung:
    • sehr umfangreiche und hochwertige Verpflegung
    • warm, salzig, süß – oft deutlich mehr als man erwartet
  • Charakter:
    Überraschend großzügig.
    Hier besteht eher die Gefahr, satter nach Hause zu gehen, als man gestartet ist. 🙂

Generell

Trotz aller Unterschiede gilt eines ganz klar:

Die großen Anbieter sind durchweg sehr gut in der Ausstattung ihrer Verpflegungspunkte.

Bis auf ein Trinkgefäß, eine Trinkblase und ggf. etwas leichtes Geschirr kann man sich bei MegaMarsch, MammutMarsch, NordMarsch und UltraMarsch auf eine vollwertige Verpflegung verlassen.

👉 Das heißt ganz konkret:
Man kann das eigene Gepäck ohne nennenswertes Lebensmittelgewicht planen –
leichter Rucksack, weniger Ballast, mehr Fokus auf den Weg.


4) Größe & Zielgruppe

  • MegaMarsch & MammutMarsch
    Perfekt für Einsteiger, Ersttäter und alle, die Motivation aus der Masse ziehen. Wer große Startfelder liebt, ist hier richtig.
  • NordMarsch & UltraMarsch
    Spannend für alle, die nach ein paar Märschen merken: Ich brauche nicht mehr Menschen – ich brauche mehr Weg.

Unser Fazit

Der Weg führt bei vielen ähnlich:

  1. Sicherer Einstieg (MegaMarsch)
  2. Gemeinschaft erleben (MammutMarsch)
  3. Überdruss an Masse & Asphalt
  4. Suche nach kleineren, ruhigeren, naturnäheren Events

Und genau hier beginnt noch mehr Dschungel –
den wir uns aber auch noch Stück für Stück vornehmen. 🌲🥾

One more step – aber bitte nicht Schulter an Schulter durch die Innenstadt.

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